Mi
09
Jun
2010
In einem an Spannung kaum zu überbietenden Landesfinale setzt sich die SHS Ried erst im Elfmeterschießen gegen die SHS Linz Kleinmünchen durch. Am heutigen Tag gewann allerdings die glücklichere Mannschaft. Nach der ersten Spielhälfte waren sich die meisten Experten einig. Das geht sich heute nicht mehr aus für die Rieder.Linz schaffte es jedoch nicht, seine zahlreichen hochkarätigen Chancen auch in Tore umzumünzen, Ried hingegen nutzte einen Fehler in der Abwehr und kam so zum Ausgleich.
Das Abtasten ....
Das Abtasten der beiden Mannschaften dauert nur wenige Minuten. Schon in der 6. Spielminute eröffnet sich die erste tolle Chance für die Linzer, die ab diesem Zeitpunkt auch ganz klar das Kommando übernehmen und die Rieder in die eigene Hälfte zurückdrängen. Die ersatzgeschwächten Rieder, zwei Stammspieler müssen vorgegeben werden, können sich kaum befreien. In Minute 10 dann ein Getümmel im Strafraum der Rieder. Die Linzer kommen mehrmals zum Ball, können ihn aber letzendlich nicht im Tor unterbringen. Der Druck der Linzer wird nun immer stärker. Nach 17 Minuten zwei tolle Chancen für die Linzer, zuerst geht der Ball der Linie entlang knapp am Tor vorbei, den darauf folgenden Stanglpass setzt der Stürmer an die Stange. In der 20. Minute ist es dann soweit. Simon Rummetshofer nimmt sich aus halblinker Position, ca. 30 Meter vor dem Tor ein Herz, und versenkt den Ball unhaltbar im Kreuzeck. Der Jubel der zahlreich mitgereisten Fans aus Linz ist grenzenlos, das "Linzer" schallt durchs Stadion. Nach 25 Minuten haben die Kleinmünchner die Riesenchance zur 2:0-Führung. Der Stürmer zögert aber zu lange und setzt den Ball neben das Tor. Dann können sich die Rieder etwas befreien und das Spiel bis zur Pause offener gestalten, gefährliche Aktionen in Richtung Linzer Tor bleiben aber aus und so geht es mit einer 1:0-Führung der SHS Linz in die Kabinen.
Ein etwas anderes Bild in Hälfte zwei. Die Linzer können das hohe Tempo der ersten Hälfte nicht halten und so kann Ried nun besser mitspielen. Trotzdem ergeben sich weiterhin große Einschussmöglichkeiten für Linz. Doch immer wieder scheitert man am hervorragenden Torhüter der Rieder oder am leider überhasteten Abschluss. So kommte es wie es kommen muss. Freistoß aus 30 Meter für Ried, Markus Gruber legt sich den Ball zurecht, dieser springt einmal auf, Verteidiger und Stürmer laufen am Ball vorbei und der Ball geht über den verdutzen Keeper hinweg ins Tor. Nun kommen die Rieder besser ins Spiel und ihrerseits zu guten Schussmöglichkeiten.
Dann aber wieder die Linzer am Drücker. Chancen in Hülle und Fülle, doch der Rieder Torhüter avanciert zum Mann des Spiels. Mehrmahls kann er in höchster Not retten, und hält seine Mannschaft im Spiel. Alleine in den letzten 5 Minuten kommen die Linzer viermal alleine vor dem Tor zum Abschluss, der entscheidende Treffer will aber einfach nicht gelingen. Sekunden vor dem Schlusspfiff nochmals die Chance für Voic. Am Elferpunkt freistehend schiebt er den Ball knapp daneben.
Das 35. Landesfinale der Schülerliga muss also im Elfmeterschießen entschieden werden. Und wieder ist es der Torhüter der SHS Ried, der heute den Unterschied ausmacht. Schon den ersten Penalty kann er halten und bringt somit sein Team in eine hervorragende Ausgangspositon. Als dann Linz auch noch den dritten Elfer verschießt, scheint alles entschieden. Den letzten und entscheidenden Penalty können die Rieder mit etwas Glück verwerten. Somit kann die SHS Ried ein scheinbar schon verloren geglaubtes Spiel noch drehen. Aufgrund der zahlreichen Chancen der Linzer darf heute durchaus von einem etwas glücklichen Sieg gesprochen werden. Wieder einmal hat sich eine alte Fußballweisheit bewahrheitet, wer seine Chancen nicht nutzt, bekommt im Gegenzug die Tore.
"So ein Spiel habe ich schon lange nicht mehr gesehen. 70 Minuten auf ein Tor, 10 hunderprozentige Chance und trotzdem verloren", so der enttäuschte Hansi Freudenthaler, Trainer von Linz Kleinmünchen
"Manchmal kann man Fußball einfach nicht erklären. Dass wir heute die Glücklicheren waren, hat jeder gesehen, für die vergebenen Chancen der Linzer können wir aber auch nichts dafür", meint Elmar Springer, Rieder Betreuer, zum Spiel. "Wie werden aber wieder das Beste für OÖ bei den Bundesmeisterschaften geben, möglicherweise können dann auch unsere Verletzten wieder mitspielen."
Wir wünschen dem Betreuerteam, Augenstrasser Renato und Elmar Springer, sowie den Spielern der SHS Ried alles Gute bei den Bundesmeisterschaften in NÖ. Hoffentlich können sie OÖ auch heuer wieder so würdig wie im Vorjahr vertreten.